Willkommen       Aktuelles       Suche       Inhaltsverzeichnis       Kontakt      
   Anmelden      

Christlicher Geist

Trösten kann nur, wer Trost empfing,
lieben nur der Geliebte;
nur der, dem Vergebung ward,
kann selber vergeben.
Nur, wer geborgen, kann bergen;
Gnade üben, wer Gnade erfuhr,
helfen der, dem geholfen,
segnen der, der gesegnet ward,
geben, der selbst empfangen.
Nur der Versöhnte vermag zu versöhnen.

                 Lindolfo Weingärtner

 

Der Ursprung unseres Mottos „Unser schönes Zuhause“ findet sich in unserem christlichen Glauben.

Dieser Glaube prägt unser Handeln im Umgang miteinander – in der Begegnung mit den alten und pflegebedürftigen Menschen, aber auch im Zusammenwirken der hier Arbeitenden – und läßt ein Klima der Geborgenheit und zwischenmenschlichen Wärme entstehen.

Das Gefühl der Zusammengehörigkeit findet seinen stärksten Ausdruck im gemeinsamen Feiern der Gottesdienste, die regelmäßig in unserer hauseigenen Kapelle stattfinden. Hier ist der „Ort der Ruhe, des Friedens und der Geborgenheit“ – wie eine Bewohnerin schreibt -, die Kraftquelle, die den Alltag bestehen hilft und die Atmosphäre des Hauses prägt.

In diesem Zusammenhang ergibt sich folgerichtig die Verwirklichung des Hospizgedankens; des Wissens darum: Im Leben geschieht immer schon Sterben. Leben = Sterben, aber auch: Sterben = Leben, d.h.: die tausend kleinen Tode, die jeder tagtäglich auf sich nehmen muß, können nur in Lebendigem geschehen. Leben und Sterben bedingen einander, sind untrennbar miteinander verknüpft.

Tod ist nicht die Vernichtung des Lebens und damit Aufhebung aller Sinngebung, sondern „Durchgang“ und damit Erfüllung der tiefsten Sehnsucht des Menschen: Zu lieben und geliebt zu werden. So wird sein Wunsch verständlich, im Sterben nicht alleingelassen zu werden, Geborgenheit und Zuwendung gerade auf dieser schwierigen Wegstrecke zu erfahren.

Bereitschaft zum Da-Sein und zum Gespräch, zu Begleitung und Ausharren ermöglicht bis zuletzt Lebensqualität und die Befähigung, den letzten Schritt allein gehen zu können.

 

In unserem Haus wird der Gedanke an Tod und Sterben nicht tabuisiert und verdrängt. Im offenen Umgang in Theorie und Praxis werden Gespräche möglich, in denen man Ängste abbauen und Trauer verarbeiten kann. Die Bewohner gewinnen Zuversicht für ihr eigenes Sterben, indem sie Begleitung und Hilfe für andere erleben. Eine enge Zusammenarbeit mit und Begleitung der Angehörigen führt in zunehmendem Maß zu gemeinsamer Begleitung der Sterbenden. Die Atmosphäre des Miteinander-Lebens prägt und trägt auch das Loslassen im Sterben, ermöglicht das Gehenlassen und Weitergehen, gibt Impulse für das Verarbeiten von Trauer, befreit von Schuldgefühlen und gibt dankbarer Erinnerung Raum.

 

 

  Impressionen einer Bewohnerin
 

Nach dem Tod meines Mannes begann für mich eine einsame, schwere Zeit. Ich war inzwischen 71 Jahre alt geworden. Meine Augen nahmen stark ab, Herz- und Kreislaufschwäche stellte sich ein, zuletzt ging gar nichts mehr. Mit meinen Kindern fuhr ich nach Nesselröden, um das Haus St. Georg zu besichtigen. In der Eingangshalle wurden wir durch den Heimleiter herzlich begrüßt. Dann gingen wir durch das Haus. ... Um einige Ecken weiter stand eine Tür offen, und wir betraten den schönsten Raum des Hauses, die Kapelle. Das war für mich ausschlaggebend: Hier ist eine Kapelle, hier kann ich nach meinem Glauben leben. An diesem Ort findet man Ruhe und Frieden, Heimat, Geborgenheit, Gott und die Gottesmutter. Mir schien es, als wenn aus diesem Raum die ganze Atmosphäre in das Haus ströme.



.....................................................................................................................


Copyright © 2003 Haus St. Georg. Alle Rechte vorbehalten
Datenschutz | Nutzungsbedingungen | Impressum | Kontakt