Das normale Altern schränkt durch das Nachlassen vieler Funktionen die Lebensaktivitäten des Menschen ein. Zu körperlichen Defiziten kommen häufig akute Verwirrtheitszustände.
Aufgabe der aktivierenden Pflege und Rehabilitation ist es, durch entsprechende Therapien solche Defizite auszugleichen und eine „Normalität“ - entsprechend der verbliebenen Möglichkeiten - zu erreichen. Für den Bewohner eines Heimes ist es wichtig, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben. Das bedeutet,
angesprochen, selber gehört, gesehen zu werden, nicht ausgegrenzt zu sein.
Zuverlässige und kontinuierliche Hilfe bei körperlichen Störungen setzt voraus, die Ressourcen des Bewohners zu erkennen, zu aktivieren und Erfolge der therapeutischen Behandlung im Lebensalltag unter Wahrung der größtmöglichen Selbstbestimmung zu nutzen. Pflegerisches Handeln erfordert eine Zielsetzung sowie ein einheitliches Vorgehen unter Beachtung der konkreten Situation.
Pflegerische Zielsetzung:
- Erhalten
- Fördern und Befähigen
- Stabilisieren und Wiedererlangen von Wohlbefinden und Selbstbestimmung
Eine optimale Pflege als Idealzustand ist dann gewährleistet, wenn
- der Bewohner die Möglichkeit erhält, aktiv und selbstbestimmend die Pflege mitzugestalten und die Anforderungen seinen Fähigkeiten entsprechen
- der Bewohner im Prozess der Umstellung auf den Heimaufenthalt soviel Hilfe erhält, dass er neue, für ihn sinnvolle Lebensmöglichkeiten ausschöpfen und Gewohnheiten aufbauen kann. (Pflegende, Bewohner und Angehörige suchen gemeinsam nach Problemlösungen.)
- der Bewohner Hilfe bei der Bewältigung seines individuellen Schicksals erfährt und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten integriert, aktiviert und frei fühlt.
- der Bewohner gemäß seinen Fähigkeiten und Interessen im Alltag aktiviert wird. Es bestehen verschiedene Interessengruppen. Wünsche nach Ruhe und Stille werden akzeptiert.
Zur Unterstützung einer optimalen Pflege sind Therapeuten für körperliche und geistig-seelische Bereiche erforderlich.
Bei den ärztlich verordneten Behandlungen der Krankengymnasten und Masseure steht vor allem die körperliche Aktivierung im Vordergrund. (Vermeidung von Kontrakturen (Gelenkversteifungen) und Dekubitusprophylaxen sind eine wichtige Voraussetzung zur Gewährleistung einer effektiven Grundpflege.)
Eine ergotherapeutische Behandlung ist vor allem für das seelische Befinden der Bewohner wichtig.
„Ergotherapie - was ist das? Das Wort ‘Ergo’ stammt aus dem griechischen Wortschatz und wird von der tätigkeitsbeschreibenden Bezeichnung ‘to ergon’ abgeleitet. Es kann für alle Handlungen oder schöpferischen Tätigkeiten - geistig, körperlich oder kreativ - stehen. In diesem Sinne ist es unser Bestreben, die Bewohner des Hauses St. Georg aktiv zu halten an Körper, Geist und Seele. Wir versuchen, die Menschen nicht als alte Menschen zu sehen, sondern wir sehen in ihnen das, was sie noch können, was sie immer gern tun wollten und was ihnen am meisten Freude bereitet.

Wir helfen ihnen, die Nebenerscheinungen des Alterungsprozesses zu lindern, die ja oft das Denken und Fühlen des alternden Menschen prägen. Das gelingt am besten durch kreative Tätigkeiten wie z.B. Seidenmalerei, Kegeln auch für Gehbehinderte, Kochen oder Backen, gezieltes Gedächtnistraining, Basteln mit Materialien wie Holz, Textilien, Papier, Pappe und Farben. Musische Fähigkeiten werden gefördert durch malende und modellierende Tätigkeiten, Singen in Klein- und Großgruppen.
Sehr hohen sozialen Wert haben Ausflüge und andere gesellige Veranstaltungen, die innerhalb und außerhalb des Hauses wahrgenommen werden können. Das trägt sehr viel zur seelischen Zufriedenheit der Bewohner im einzelnen und zu einer lebendigen Atmosphäre im Haus bei. Genauso wichtig für das seelische Befinden ist das Entspannungstraining, das inzwischen zu einem festen, gern angenommenen Punkt in unserem Wochenplan geworden ist. Darüber hinaus kann jeder Bewohner bei Bedarf persönliche Einzelgespräche zur Problembewältigung mit dem Therapeuten seiner Wahl führen.
All das klingt nach Freizeitgestaltung und Hobbyfindung, aber jede Tätigkeit hat auch ihren rehabilitativen Anteil im täglichen Leben und somit einen therapeutischen Hintergrund. Vom Arzt verordnete Einzeltherapie wird hier genauso durchgeführt wie allgemeine Gruppentherapie. Wir orientieren uns dabei immer am individuellen Krankheitsbild jedes einzelnen Bewohners.
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, können Sie im Bereich Forum mit uns über Probleme diskutieren oder sich weitergehend informieren.